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Vorlage - VI/2017/0177/HDGGR  

 
 
Betreff: Vergabe Abbrucharbeiten Grundschule Hauptmannsgrün - 2. BA "Abbruch Westflügel Nebengebäude Hauptstraße 57"
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage HDG Gemeinderat
Federführend:65 Hoch- und Tiefbau / Öffentliche Einrichtungen   
Beratungsfolge:
Gemeinderat Heinsdorfergrund Entscheidung
23.05.2017 
Öffentliche Sitzung des Gemeinderates geändert beschlossen  (131/17)

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

Der Gemeinderat beschließt:

a) das Los „Abbrucharbeiten“ unter Inkaufnahme des wirtschaftlich ungünstigen Angebotes an die Fa. Lengenfelder Recycling und Abbruch GmbH zu einem vorläufigen Gesamtpreis von 301.802,93 €, inkl. MwSt. zu vergeben.

Oder

b) das Vergabeverfahren aufzuheben und den Leistungsinhalt partiell zu überarbeiten, mit der Zielstellung, zeitlich verschiebbare Leistungen den folgenden Bauabschnitten zuzuordnen und eine neuerliche Ausschreibung mit geändertem Leistungszeitraum durchzuführen.

Oder

b) die öffentliche Ausschreibung aufzuheben und unverzüglich mit den beiden Bietern in ein Verhandlungsverfahren einzutreten, mit der Maßgabe am Projektzeitplan festzuhalten, jedoch den Leistungsumfang zu reduzieren. Die Bürgermeisterin wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen.

 

 

 


Gesetzliche Grundlagen:

-          § 28 Abs. 1 SächsGemO

-          § 2 Hauptsatzung Heinsdorfergrund

-          VOB/A

-          chsisches Vergabegesetz

 

 

Sach- und Rechtslage:

Auf Grund des ambitionierten Projektzeitplanes ist in einem relativ engen Zeitfenster die erforderliche Öffentliche Ausschreibung durchgeführt worden. Es forderten insgesamt 7 Firmen die Vergabeunterlagen an, jedoch lagen zum Submissionszeitpunkt nur zwei Hauptangebote vor. Nach Auswertung durch das Planungsbüro Neumann Architekten + Generalplaner GmbH ist die Bieterreihenfolge wie folgt:

 

 

1.Lengenfelder Recycling und Abbruch GmbH301.802,93 €

2.SP Bau GmbH, Lengenfeld319.960,29 €

 

Die Angebotssummen übertreffen deutlich den Wert der Kostenschätzung des Architekten bzw. die für diesen 2. Bauabschnitt zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 217,6 T€. Die Finanzierung ist im engeren Sinne nicht gesichert.

Zur Klarstellung muss erwähnt werden, dass die Kosten für den Abbruch des einzelnstehenden Hauses Hauptstraße 57 sowie die Leistungen des Satteldachumbaues auf dem Nordflügel des Schulgebäudes nicht Bestandteil der Kostenschätzung waren.

 

Aus der Sicht der Verwaltung gibt es mehrere Handlungsoptionen, die in den Beschlussvorschlägen a bis c strukturiert sind.

 

Zu a):

Diese Vorgehensweise führt zu einem schnellen Vertragsschluss, zu einer ausreichenden Vorbereitungszeit für den Auftragnehmer und somit zu einer gemäß Projektzeitplan gut eingetakteten Absolvierung der unbedingt in den Sommerferien zu erbringenden Leistungen am Schulgebäude. Die zusätzlichen benötigten Mittel müssten durch Übertrag von nicht verbrauchten Geldern der Vorjahre bereitgestellt werden, die dann für die Folgejahre zusätzlich aufgeplant werden müssen.

 

Zu b):

Unter der Annahme, dass eine geänderte Leistungsgliederung, ein größerer zeitl. Abstand zwischen neuerlicher Ausschreibung und späterer Ausführung ein deutlich günstigeres Preisniveau ergibt, wäre es möglich, das Vergabeverfahren gemäß § 17 Abs. 1 Nr. 2 bzw. 3 VOB/A aufzuheben. Eine Ausführung der Leistungen in den Herbst- bzw. Winterferien ist ohne wesentliche Beeinträchtigung des Schulbetriebes nicht möglich. Somit käme nur eine Verschiebung der Baumaßnahme bis zu den Sommerferien 2018 in Betracht, was wiederum den Gesamtablauf verzögert. Ob dann das Preisniveau günstiger ist, kann nicht verlässlich vorausgesagt werden.

 

Zu c):

Der § 3a Abs.4 VOB/A lässt ein freihändiges Vergabeverfahren zu, wenn die Leistung besonders dringlich ist oder nach Aufhebung einer öffentl. Ausschreibung eine erneute Ausschreibung kein annehmbares Ergebnis verspricht. Aus Sicht des Fachamtes liegen beide Gründe vor, sofern andere Nachteile (siehe Beschlussvorschlag b)) nicht in Kauf genommen werden.

Im Verhandlungsverfahren sollte auf Basis der abgegebenen Angebote eine Herausnahme der Leistungskomplexe:

- Abbruch einzelstehendes Wohnhaus Hauptstraße 57

- Umbau des Dachstuhles auf dem Nordfgel

angestrebt werden. Von Vorteil wäre dabei, dass eine zwischenzeitliche Dachdeckung im Anschlussbereich zum zukünftigen Westflügel entfallen könnte. Nachteilig ist, dass das zentrale Lüftungsgerät vom 1.BA sehr viel später an seinem endgültigen Platz positioniert wird und das offenstehende Giebeldreieck provisorisch geschlossen werden müsste.

 

 

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

Zu a):

Die Mehrkosten im Vergleich zur Kostenschätzung belaufen sich auf ca. 84 T€. Von einer Förderung dieser im Rahmen des nun vorliegenden Förderbescheides (Förderung bis max. 188 T€) im Programm Integrierte ländliche Entwicklung“ kann nicht ausgegangen werden, so dass reine Eigenmittel zuzusetzen sind. Dies kann durch Übertrag der nicht verbrauchten Eigen-mittelanteile aus 2014 bis 2016 geschehen.

 

 

 

Zu b):

Ziel ist, über den Zeitgewinn zu einer verbesserten Finanzierungssituation wie folgt zu kommen:

- mit einer neuerlichen Ausschreibung ein besseres Preisniveau zu erreichen

- die Dachdrehung in die folgenden Bauabschnitte einzugliedern, um so wenigstens die Chance auf zusätzliche Fördermittel in der Schulbaufachförderung (Fördersatz 40 %) zu wahren.

 

Zu c):

Unter der Annahme, dass zukünftig keine Verbesserung des Preisniveaus zu erwarten ist, sollte versucht werden, auf der Basis der vorliegenden Angebote eine Leistungsreduzierung auszuhandeln. Das Fachamt schlägt r diesen Fall vor, den Dachumbau (Kostenumfang ca. 30 T€) und ggf. den Abbruch des einzelnstehenden Wohnhauses (Kostenumfang ca. 34 T€herauszunehmen und wie unter b) beschrieben in den 3.-5. BA zu integrieren.

 

Hinweis: Ein neuerlicher, separater Förderantrag im Förderprogramm ILEr den Abbruch des einzelnstehenden Wohnhauses hat kurzfristig wahrscheinlich wenig Aussicht auf Erfolg.

 

Fazit:
 

Jede Entscheidungsvariante hat gewichtige Vor- und Nachteile und es lässt sich nicht mit Sicherheit prognostizieren, welche am Ende das Optimum in Bezug auf Projektablauf und Finanzierung sein wird.

Das Fachamt tendiert zu Beschlussvorschlag c). Bei Inkaufnahme einer höheren Eigenmittelquote ist in Bezug auf geordneten Projektablauf der Beschlussvorschlag a) zu favorisieren.

 

 

 

Marion Dick Sven Hörning

rgermeisterinFachbereichsleiter

Bau u. Stadtentwicklung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen:

keine