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Vorlage - V/2014/0946/SR  

 
 
Betreff: Vorhabensbeschluss zum Ersatzneubau Kindertagesstätte "Gänseblümchen" in Rotschau
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage SR
Federführend:60 Bauverwaltung / Liegenschaften / Gebäudemanagement   
Beratungsfolge:
Technischer Ausschuss Vorberatung
17.03.2014 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses      
Stadtrat Entscheidung
31.03.2014 
Öffentliche Sitzung des Stadtrates ungeändert beschlossen  (2014/03/V/441)

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
321-01 GP LP 1I500
321-05 GP Grundriss 1I100
321-07 GP Schnitt, Anischten 1I100

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat beschließt den Ersatzneubau der Kindertagesstätte „nseblümchen“ im Ortsteil Rotschau neben der Turnhalle Rotschau auf dem Gelände des Bolzplatzes gemäß den Ausführungen in der Sach- und Rechtslage i.V.m. den Planinhalten gemäß Anlage 1 bis 3.

 

 

 

 


Gesetzliche Grundlagen:

  • § 28 Abs. 1, § 41 Abs. 4 Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO)
  • § 2 Hauptsatzung der Stadt Reichenbach
  • Haushaltplan der Stadt Reichenbach
  • Beschluss des Stadtrates zur Prognose „Entwicklung Kindertageseinrichtungen in Reichenbach 2012 bis 2022“ (V/2012/0603/SR)

 

 

 

Sach- und Rechtslage:

 

  1. Chronologischer zum bisherigen Verfahrensablauf

 

Bereits im April 2012 beteiligte sich die Stadt Reichenbach mit dem geplanten Kita-Neubau in Rotschau an einem gesonderten Auswahlverfahren für zusätzliche Mittel der Bildungsinfrastruktur im Rahmen der Richtlinie Integrierte Ländliche Entwicklung ILE 2011.

Nach Beendigung des Auswahlverfahrens belegte die Stadt von fast 160 Projektanträgen den 12. Platz. Die begrenzten Sondermittel reichten nur für die ersten 11 Plätze vollständig aus, so dass der verbleibende Eigenanteil durch die Stadt Reichenbach nicht geleistet werden konnte. Trotz mehrfacher Anfragen beim Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) sowie beim Landratsamt Vogtlandkreis konnten keine weiteren Fördermittel akquiriert werden, so dass seitens der Stadt  im August 2013 auf eine Gewährung der nicht ausreichenden Fördermittel verzichtet wurde.

 

Im Oktober 2013 wurde durch die Geschäftsstelle des Vereins VogtLandZukunft e.V., welcher sich r die Umsetzung des integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes im Vogtlandkreis verantwortlich zeichnet, den vogtländischen Kommunen mitgeteilt, dass vom SMUL ein kurzfristiges Zusatzbudget von Fördermitteln zur Verfügung gestellt wird.

Diese Mittel waren an eine sehr enge zeitliche Abfolge von Beantragung, Bewilligung, Umsetzung und Abrechnung der Maßnahmen gebunden. So wurde z.B. gefordert, dass die Maßnahme bis spätestens März 2015 abgeschlossen wird.

Daraufhin meldete die Stadt Reichenbach das Vorhaben beim Verein Vogtland Zukunft e.V. an.

Der Koordinierungskreis der Lokalen Aktionsgruppe Integrierte Ländliche Entwicklung des Vereins „VogtLandZukunft e.V.“ befand in seiner Sitzung am 19.11.2013 das Bauvorhaben „Ersatzneubau Kita Gänseblümchen in Rotschau“ als förderwürdig. Voraussetzung war, dass der Antrag bis zum 31.12.2013 der Zuwendungsbehörde, dem Landratsamt Vogtlandkreis, und die Baugenehmigung bis zum 28.02.2014 vorliegen. Beide Voraussetzungen wurden erfüllt.

Der Fördermittelbescheid zum Vorhaben wird bis spätestens zur Stadtratssitzung am 31.03.2014 erwartet.

Mit den Architektenleistungen zum Kita-Neubau wurde das Büro Rossig-Schenk-Partner aus Plauen betraut, welches im Bereich Kindergartenbau entsprechende Erfahrung und Referenzen verfügt.

Von dem Beschluss des Koordinierungskreises am 19.11.13 bis zum Zeitpunkt der Erstellung der Beschlussvorlage erfolgten intensive Arbeiten durch die Stadtverwaltung und das Planungsbüro, welche im Zusammenhang mit den Forderungen an einen vollständigen Fördermittel- und Bauantrag standen.

 

Am 13.12.2013 fand ein Gespräch zur genauen Standortbestimmung des Kita-Neubaus mit Rotschauer Ortschaftsräten statt.

 

Aufgrund des eng gestrickten Zeitfensters (Bauende März 2015) war es notwendig, bereits vor dem Vorhabensbeschluss und dem Erhalt eines Fördermittelbescheides vorbereitende Maßnahmen durchzuführen. Neben einer Katastervermessung und einem Baugrundgutachten wurden vom Planungsbüro die ersten Ausschreibungsunterlagenr einzelne Gewerke vorbereitet und mit der VVK am 27.02.2014 unter dem Vorbehalt der Baubeschlussfassung sowie der rdermittelbereitstellung abgestimmt.

 

Mit Schreiben vom 27.02.2014 erhielt die Stadt Reichenbach eine positive Stellungnahme des Sächs. Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zum Vorhaben.

 

In der Sitzung des Rotschauer Ortschaftsrates am 04.03.2014 wurde das Vorhaben den Anwesenden vorgestellt und sich hinsichtlich der notwendigen Baumfällungen abgestimmt. Zudem wurden im Rahmen der Sitzung die Ortschaftsräte zu der Historie der Aufschüttungen des Bolzplatzes befragt, welche im Baugrundgutachten festgestellt worden. Aufgrund von Nachbarhinweisen und Aussagen der Ortschaftsräte wird kurzfristig eine nähere Untersuchung der Ablagerungen erfolgen.

 

 

  1. Baubeschreibung des Vorhabens

 

Die Stadtverwaltung Reichenbach betreibt seit dem Jahre 2000 im Ortsteil Rotschau in der ehemaligen Grundschule eine Kita mit Kinderkrippe, -garten und Hort.

 

In den vergangenen 10 Jahren wurden am bestehenden Objekt notwendige Sanierungsmaßnahmen in Einzelbereichen zum Erhalt des Objektes durchgeführt, aber es entspricht in seiner Gesamtheit nicht mehr den Ansprüchen und Standards an eine moderne Kindertageseinrichtung.

Die KITA Gänseblümchen wird von den Rotschauer Eltern gut angenommen. Das Einzugsgebiet erstreckt sich auch auf die Reichenbacher Gemarkung (Schöne Aussicht/ Grenzstraße), die Schneidenbacher Gemarkung sowie Mylau.

 

 

Es ist nun vorgesehen unmittelbar neben dem Ortsteilzentrum den Kita-Neubau zu errichten und die dort vorhandenen Ressourcen mit zu nutzen sowie positive Wechselwirkungen mit dem bestehenden Standort zu erzeugen. -> siehe Anlage 1 Lageplan

 

Der Neubau ist für eine Kapazität von 12 Krippenkindern, 1 Gruppe für 18 Kindergartenkinder und 1 Gruppe für 20 Hortkinder, also insgesamt 50 Kinder, ausgelegt und umfasst sämtliche für eine KITA-Einrichtung notwendigen Arbeiten:

-Rohbau

-Trockenbau mit Wärmeschutz

-Putz-/ Fliesenarbeiten

-Installationen Medien

-Fenster/ Türen/ Dach

-Heizung/ Sanitär

-Errichten Freianlage mit Zaun und Spielgeräten

Grundlage ist ein dem heutigen modernen Standard entsprechendes Raumprogramm.

Der eingeschossige Neubau ist barrierefrei und ermöglicht die Aufnahme von Integrationskindern.

Es erfolgt die Installation einer neuen Heizungsanlage in der Turnhalle Rotschau, mit der dann jeweils separat die Wärmeversorgung der Turnhalle und des Kindergartens gesteuert werden kann.

 

Bauzeit

Unter der Voraussetzung eines optimalen Bauablaufes wird mit der Fertigstellung der Kita im Dezember 2014 gerechnet.

 

Synergieeffekte mit dem Gemeindezentrum/Jugendclub

-          umliche, funktionelle und soziale Verbindung mit dem bestehenden Ortsteilzentrum/ Jugendclub -> Mehrfachnutzung der Freianlagen

-          Nutzung der tagsüber meist ungenutzten Turnhalle durch die Kita-Kinder

-          Nutzung der vorhandenen Ver- und Entsorgungssysteme -> Anschluss an das öffentliche Netz

-          Gewährleistung einer Mehrfachnutzung des erweiterten Zufahrts-und Stellplatzbereiches zwischen den beiden Gebäuden

-          weiterhin freier Zugang/Zufahrt auf den Bolzplatz, um so auch andere Vereinsaktivitäten und Feierlichkeiten im Ortsteil nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kindergartens zu ermöglichen.

-          der Bolzplatz wird so wenig wie möglich an nutzbarer Spielfläche verlieren

 

Beschreibung der Nachhaltigkeit des Projektes[1] und ressourcensparendes Bauenkologisch, sozial, ökonomisch):

-          Wiederverwendung der vorhandenen und noch gut erhaltenen Außenspielgeräte am Altstandort

-          Nutzung der vorhandenen verkehrlichen Erschließung

-          Lageverbesserung, Wegzug von der Kreisstraße

 

Energieeffizienz

Einhaltung der laut ILE-Richtlinie vorgegebenen energetischen Anforderungen bezüglich der in der ENEV genannten Höchstwerte für einen Neubau

 

 

Bedarf der neuen Kita

siehe Beschluss Prognose „Entwicklung Kindertageseinrichtungen in Reichenbach 2012-2022“

Demnach ist vom Bestand aller Einrichtungen (ggf. adäquatem Ersatz) im Prognosezeitraum auszugehen. Gegenüber der Prognose (110 Geburten) konnten im Jahr 2012 insgesamt 141 Geburten registriert werden.

Aktuell beläuft sich die Belegung der Kita "Gänseblümchen" auf 62 %: (Kapazität der jetzigen Einrichtung: 75)

Krippe: 8 Kinder, Kindergarten: 16 Kinder, Hort: 20 Kinder zzgl. 3 Integrationskinder

Die neue Kita soll mit einer Kapazität für 50 Kinder ausgelegt werden.

 

Flexibles Gruppenkonzept

-          Raumstruktur so angelegt, dass sie sich an verändernde Altersstruktur anpassen kann

-          Raumstruktur sorgt für gewollte Berührungspunkte zw. Krippenkindern und Vorschulalter

 

 

Langfristige Sicherstellung der Einhaltung der geforderten Sicherheits- und Ausstattungstandards

Heizung, Sanitär, Raumstruktur, techn. Geräte, Belichtung, Barrierefreiheit, Brandschutz, Ver- und Entsorgung, Akustik

Es soll eine Einrichtung geschaffen werden die den modernen Standard und Normen hinsichtlich der Bautechnik, Flächenzuschnitte, Energieeinsparung, Ausstattung und  Brandschutz entspricht.

 

 

Entwicklung des dörflichen Gemeinschaftslebens

Die sozialen Strukturen des Ortsteils Rotschau werden gestärkt und für die Einwohner Rotschaus wird der Ortsteil lebenswerter.

 

Demografierelevante Wirkungen

 

Das Vorhandensein von sozialen Einrichtungen wie Kita, Schulen usw. stellt einen wichtigen „weichen“ Standortfaktor für den Verbleib von Einwohnern in der der Region dar.

Zur Erhöhung der Lebensqualität trägt eine Kita vor allem für junge Familien bei, die auf kurze Entfernungen zu täglich anzufahrenden bzw. in Anspruch zu nehmenden Einrichtungen angewiesen sind.

Weicher Standortfaktor für berufstätige Eltern in Reichenbach.

Trotz des zu erwartenden Geburtenknickes kann laut Daten der Stadtverwaltung unter der Voraussetzung einer sanierten/ neugebauten Kindertageseinrichtung von einer Zahl von ca. 50 Kindern mittelfristig ausgegangen werden.

 

Beschäftigungseffekte

Erhalt der Arbeitsplätze für Erzieherinnen (Frauenarbeitsplätze), Reinigungskraft sowie teilweise Hausmeister

 

Alternativprüfungen

 

Der Gedanke eines Neubaus des Kindergartens in Rotschau hat seinen Ursprung bereits im Jahr 2007, wo anhand einer Grundlagenermittlung der notwendige Sanierungsaufwand des bestehenden Kindergartens in der Mylauer Straße aufgelistet wurde. Schon damals zeichnete sich ab, dass der zu erwartende Sanierungsaufwand die Kosten eines Neubaus übersteigt.

Vor allem durch die gesetzlichen Änderungen im energetischen und brandschutz-technischen Bereich der letzten Jahre kristallisierte sich immer mehr heraus, dass der Neubau einer Kindertageseinrichtungen aus finanzieller und bautechnischer Sicht einer Generalsanierung des Altbaus vorzuziehen ist.

Seither gab es mehrere Sondierungsgespräche zwischen der Stadtverwaltung, Planern und dem Jugendamt des Vogtlandkreises. Zudem ist man nicht an das vorhandene Raumprogramm gebunden.

Zusätzlicher Vorteil gegenüber der Generalsanierung ist, dass während der Bauzeit kein Umzug der Kinder aus der jetzigen Einrichtung erfolgen muss.

Daher wird ein Neubau mit entsprechender energetischer Ausführung favorisiert, da sich schon nach wenigen Jahren die Mehrkosten durch verringerte Betriebskosten rentiert haben.

 

 

 


[1] 


Finanzielle Auswirkungen:

Investitionsseitige Betrachtung

Die Gesamtkosten betragen gemäß Kostenberechnung 850.000 €.

Diese werden mit 525.600 €rdermittel aus der Förderrichtlinie Integrierte Ländliche Entwicklung untersetzt.

Unter dem Produktkonto 365000|130001 sind Auszahlungen in Höhe von 850.000 € und Einzahlungen in Höhe von 654.400 € veranschlagt.

Die Kostendeckung des nun neuen Differenzbetrages von 128.800 € (654.400 € - 525.600 €) wird durch Mittelverteilung aus dem Produktkonto 365000|681200 erfolgen. Damit ist die Finanzierung des Eigenanteils gegeben.

 

Folgekosten

r das Jahr 2013 konnten folgende Verbräuche im bestehenden Standort verzeichnet werden:

Strom: 10916kWh ca. 3000 €

Gas: 59348kWh ca. 3600 €

Wasser/ Abwasser 169cbm ca. 1000 €

Mit dem Neubau werden aufgrund der berechneten Energiebilanz und der zu erwartenden Belegung folgende Werte vorausgesagt:

 

 

 

 

 

 

Dieter Kießling Sven HörningMatthias Pürzel

OberbürgermeisterFBL 3 stellv. FBL 1

 

 

 

 

Heike Hentschel Dr. Matthias Gäckle

Fachbedienstete für Finanzwesen             FBL 2

 

 

 

 

 


Anlagen:

1 Lageplan

2 Grundriss

3 Schnitte

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 321-01 GP LP 1I500 (279 KB)    
Anlage 2 2 321-05 GP Grundriss 1I100 (267 KB)    
Anlage 3 3 321-07 GP Schnitt, Anischten 1I100 (650 KB)