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Vorlage - IV/2007/1085/IV  

 
 
Betreff: Informationsvorlage zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm Strategische Lärmkartierung von Hauptverkehrsstraßen
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsvorlage
Federführend:610 Stadtplanung   
Beratungsfolge:
Technischer Ausschuss Anhörung
15.10.2007 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Technischen Ausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

 

Gesetzliche Grundlagen:

Gesetzliche Grundlagen:

-          Richtlinie 2002/49/EG über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (Umsetzung in deutsches Recht durch §§ 47a bis 47f Bundes-Immissionsschutzgesetz)

-          Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 25. Juni 2005 (Erweiterung §47 BimSchG)

-          Verordnung über die Lärmkartierung – 34. BImSchV

 

 

Sach- und Rechtslage:

Laut der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, welche in deutsches Recht durch §§47a bis 47f Bundesimmissionsschutzgesetz umgesetzt wurde, sind Strategische Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 6 Mio. Kfz pro Jahr zu erarbeiten.

Laut Richtlinie waren diese Lärmkarten bis zum 30. Juni 2007 fertigzustellen.

 

Für die Erarbeitung von Strategischen Lärmkarten entlang von Hauptverkehrsstraßen sind im Freistaat Sachsen die Kommunen selbst zuständig (§ 47e BImSchG). Koordinierende Stelle ist das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie, welches die Gemeinden im rechtzeitig im Juni 2006 über den zwingenden Vollzug o.g. Bestimmungen informierte.

 

Grundsätzliches:

Ziel der Umgebungslärmrichtlinie ist es, durch ein gemeinsames Konzept schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Hierzu soll in einem ersten Schritt mittels „Strategischer Lärmkarten“ die Belastung innerhalb von Ballungsräumen, entlang von Hauptverkehrsstraßen und Haupteisenbahnstrecken sowie in der Umgebung von Großflughäfen ermittelt werden.

 

 

Die Stadt Reichenbach war durch die Bundesautobahn A 72 auf einem Streckenabschnitt von ca. 2 km Länge betroffen, d.h. dass entlang dieses Abschnittes bis zu einem Abstand von ca. 1500 m zur Autobahn eine Lärmberechnung durchgeführt werden musste.

 

Aus fachlichen Gesichtspunkten war es nicht zu empfehlen, dass jede Stadt das ihr Gemeindegebiet betreffende Teilstück einer Hauptverkehrsstraße (in diesem Fall die A 72) eigenständig bearbeitet.

Daher schlossen sich die benachbarten vogtländischen Gemeinden Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Treuen, Weischlitz, Neuensalz, Burgstein und Oelsnitz zu einem Kartierungsverbund Vogtland zusammen, um die Leistung gemeinsam zu vergeben.

Dies hatte den Vorteil, dass durch die Kartierung größerer zusammenhängender Streckenabschnitte die Kosten gesenkt wurden und durch einheitliche Standards bei der Zusammenstellung und Aufbereitung der Eingangsdaten Sprungstellen und Überschneidungen in den Lärmkarten verhindert wurden. Somit konnte auch eine höhere Qualität der Berechnungen gewährleistet werden.

 

Die gemeinsame Auftrag erfolgte an das Gutachterbüro GAF, Gesellschaft für Akustik und Fahrzeugmesswesen mbH aus Zwickau.

 

Für die Lärmberechnung waren bestimmte Eingangsdaten notwendig, die das Büro von der

-          Stadt Reichenbach (Gebäudehöhen, kleinräumige Einwohnerdaten),

-          dem Landesvermessungsamt Sachsen (Digitales Geländemodell, Vektordaten, Liegenschaftskarten),

-          dem Autobahnamt Sachsen (Bestandspläne) sowie

-          von der LISt, Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen mbH (Verkehrszahlen der emissionsrelevanten Straßenabschnitte, Lärmschutzbauwerke, Straßeneigenschaften, Verkehrszeichen)

 

erhielt.

 

Mit diesen Eingangsgrößen wird die Schallausausbreitung entlang der Lärmquelle modelliert, unter Berücksichtigung der Parameter wie Abmessungen, Höhen und Reflexionseigenschaften der Gebäude oder topografische Gegebenheiten sowie das Vorhandensein von Lärmschutzwänden usw.

Entscheidendes Ergebnis der Berechnung ist der ermittelte Dauerschallpegel für die Beurteilungszeiträume

Tag (24h, Day-Evening-Night) = LDEN

Nacht (22.00 Uhr – 06.00 Uhr) = LNight

 

Die jeweiligen Werte werden dann in Rasterlärmkarten eingetragen.

 

Das Ergebnis der Berechnung war, dass für die Ortslage Reichenbach an schutzwürdigen Gebäuden sowohl für die Auslöseschwellen LDEN = 65 dB als auch  LNight = 55 dB keine Überschreitungen festgestellt wurden.

 

Die Lärmkartierung des Kartierungsverbundes Vogtland wurde an das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie übergeben. Diese Behörde leitet für ganz Sachsen die Ergebnisse an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit weiter.

 

Im Jahr 2012 wird die 2. Stufe der Lärmkartierung durchgeführt. Dann sind Strategische Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 3 Mio. Kfz pro Jahr zu erarbeiten. In Abhängigkeit des zukünftigen Einflusses der Ortsumgehung Reichenbach S 289 könnte dies sehr wahrscheinlich die B 94, die B 173 und die S 289 selbst betreffen.

Gemäß §7 BImSchV hat die Verbreitung der Lärmkarten für die Öffentlichkeit in verständlicher Darstellung und leicht zugänglichen Formaten zu erfolgen.

Nach Rücksprache mit dem SMUG kann dies z.B. über die Stadt-Homepage oder einer Information im Amtsblatt geschehen. Ein Beschluss ist nicht erforderlich.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Die anteiligen Kosten für die Stadt Reichenbach in Höhe von 885,36 € wurden über die Haushaltsstelle 61000.94000 (Gutachten, Vermessung) finanziert.

 

 

 

Dieter Kießling                           Sven Hörning                            

Oberbürgermeister                     FBL Bauwesen

 

 

 

Anlagen:

Anlagen:

1 Übersichtskarte 1

2 Raster DEN

3 Raster Nacht

4 Überschreitungskarte

Quelle: GAF mbH, Zwickau