Bürgerinformationssystem

Auszug - Informationen zum Großbrand GTO  

 
 
Öffentliche Sitzung des Gemeinderates
TOP: Ö 2
Gremium: Gemeinderat Heinsdorfergrund
Datum: Mi, 24.07.2019 Status: öffentlich
Zeit: 19:00 - 21:20
Raum: Rollbockklause, Gemeinde Heinsdorfergrund
Ort: Rollbockklause
 
Wortprotokoll
Beschluss

Zu diesem Thema begrüßt die Bürgermeisterin den Amtsleiter des Umweltamtes Herrn Dr. Pohl,

 

Ausführungen der Bürgermeisterin Frau Dick zum Großbrand der Firma GTO am 26.06.19. In den zurückliegenden Wochen fanden mit den verantwortlichen Ämtern Beratungen und eine Pressekonferenz statt. Handlungsbedarf sieht die Bürgermeisterin in einer besseren Bürgerinformation, um Gerüchte und Spekulationen auszuräumen. Ebenso ist die Ausrüstung und Ausstattung der Ortswehren an die gewachsenen Aufgaben, in Bezug der Gewerbegebiete, zu überarbeiten und anzupassen. Nicht nur die GTO arbeitet mit Chemikalien.

Einen besonderen Dank richtet die Bürgermeisterin an die Einsatzkräfte, die an diesen Tagen über ihre körperlichen Grenzen gegangen sind.

 

Die Gemeinde hat selbst von einem unabhängigen Boden- und Wasserproben untersuchen lassen. Untersucht wurden Rückstände im ZWAV- Schlammbecken, Sedimente im Schmalzbach sowie Bodenproben von der Streuobstweise in Unterheinsdorf Die Ergebnisse liegen der Gemeinde vor. Grenzwerte sind nicht überschritten. Ängste und Bedenken der Bürger können ausgeräumt werden.

Die Gemeinde behält sich aber vor, weitere Untersuchungen vorzunehmen. Den Nutzern von Oberflächenbrunnen wird empfohlen das Grundwasser untersuchen zu lassen.

 

Die Geschäftsführerin der GTO Frau Möckel ergreift das Wort. In ihren Ausführungen stellt Sie den Betrieb und die Produktion dar. Die Firma unterliegt dem Bundesimmissionsschutzgesetzes. Die Richtlinien und Vorgaben unterliegen einer ständigen Kontrolle der dafür verantwortlichen Behörden.

Die Brandursache ist bis jetzt noch nicht geklärt. Die Restchemikalien werden durch eine Fachfirma entsorgt. Es kann aber menschliches Versagen und Brandstiftung ausgeschlossen werden.

 

Herr Baum, Gesellschafter der Industriegruppe Kap Surface, erklärt, das bei einem Neubau über die gesetzlichen Vorschriften hinaus in Sicherheit investiert werden soll. Alle Schäden die im Zusammenhang mit dem Brand entstanden sind, sind bei der Firma GTO zu melden. Die Firma verfügt neben einer Brandschadensversicherung auch über eine Umwelthaftpflicht im deutlich zweistelligen Millionenbereich.

 

Herr Dr. Pohl, Umweltamtsleiter des Vogtlandkreises, geht in seinen Ausführungen auf die einzelnen Messergebnisse der Untersuchungen ein. Weiterhin erklärt er, dass die turnusmäßigen Überprüfungen bei der Firma GTO korrekt erfolgten. Die Überwachungsberichte sind im Internet nachzulesen.

Aktuell gilt für die Firma GTO bis auf weiteres ein Einleitungsverbot Die Abwasser werden direkt in Container gepumpt und dann entsorgt. Das im oberen Regenrückhaltebecken befindliche Gemisch soll nach erfolgter Analyse entsorgt werden. Zur Zeit, wird noch geprüft, ob eine Wasseraufbereitung vor Ort möglich ist oder eine chemische Entsorgung durch eine Spezialfirma. 

 

Kreisbrandmeister Herr Pürzel geht in seinen Ausführungen auf die Warn-App Nina ein, diese wurde lange nach Brandausbruch aktiviert. Da beim Großbrand kein Katastrophenalarm ausgelöst wurde, unterblieb die Warnung per Sirene. Die Einwohner wurden durch Lautsprecherfahrten und über das Vogtland Radio informiert. Aus den Erfahrungen des Großbrandes heraus soll zukünftig neben der Nina-App auch über die Sirene gewarnt werden.

 

Wortmeldungen:

- Herr Hofmann fordert bei einem Wiederaufbau der Halle, das die Firma ein eigenes Rückhaltebecken 

baut. Noch vor Beginn der Löscharbeiten lief Salzsäure auf die Straße.

- Herr Geier fordert bei einem Neuaufbau, dass alle gesetzlichen Vorschriften über das Maß hinaus  

 Beachtung finden.

- Der Eigentümer der angrenzenden Flächen, Herr Grimm, fordert Bodenproben für sein Grundstück

- Auf Bitte eines Bürgers sagt Herr Baum eine Beprobung der Dachwässer zu veranlassen.

- Herr Oettel stellt die Frage in den Raum, wie man einer Firma bei dem Brandrisiko von  

Galvanikanlagen und der Nähe zum Wald eine Baugenehmigung erteilen kann.

 

 

Die Bürgermeisterin bedankt sich bei Allen für die konstruktive und sachliche Diskussion.